Führung der jungen Generation Y, Generation Z

Offensichtlich interessieren Sie sich für das Thema Arbeitswelt 4.0. Begriffe wie Generation Y, Generation Z  oder auch Baby Boomer, sind Ihnen schon mal in irgendeinem Kontext begegnet. Spätestens dann, als Sie sich ernsthaft überlegt haben, wo und wie Sie Ihre Nachwuchskräfte von morgen herbekommen können, kam das Thema Arbeitswelt 4.0 auf.

In diesem Zusammenhang sind auch weitere Themen von enormer Bedeutung: Organisationsentwicklung (Entwicklung des Produktes, Dienstleistung, Prozessoptimierung), Mitarbeitermotivation, Teamentwicklung, Führungskräfteentwicklung, Innovationsmanagement, Wissenstransfer.

Nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit und lesen diesen Artikel aufmerksam durch. Das was Sie mitnehmen werden, sind gute, anregende Gedanken und wertvolle Impulse. Das garantieren wir Ihnen! :O)

Nachwuchsgewinnung – Auszubildende, junge Fachkräfte, Experten

Wie Sie künftig Auszubildende, junge Fachkräfte, Experten für Ihr Unternehmen gewinnen, haben wir Ihnen in unserem Blogbeitrag Die Mischung macht’s – Nachwuchsgewinnung analog und digital verraten. Lesen Sie sich diesen gerne später durch.

Jetzt nur sehr kurz: Die Überschrift sagt bereits Einiges aus. Wichtig ist das Mischverhältnis zwischen der Schaltung von digitalen Stellenausschreibungen und der persönlichen Begegnung mit potentiellen Bewerbern. Hierzu gibt es einige sehr gute Plattformen. Immer mehr Schulen öffnen Ihre Türen für Unternehmen. Hier können Sie Ihre Auszubildenden von morgen kennenlernen.

Regelmäßig werden Jobmessen, Karrieretage und Berufsorientierungstage angeboten. Unternehmen und Ausbildungssuchende sowie junge Fachkräfte  begegnen sich völlig vorurteilslos. Sie überprüfen gegenseitig, ob sie zueinander finden können, oder auch nicht. Unterschätzen Sie solche Plattformen nicht. Immer mehr Experten aus den unterschiedlichsten Branchen besuchen Karrieremessen. Sie sehen sich auf dem Arbeitgebermarkt um und testen Ihren eigenen Marktwert aus.

Neue Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen, ist das Eine. Sie in ein Team zu integrieren, mit Ihnen gemeinsam Höchstleistung zu erbringen, mit Ihnen einen sehr guten Service anzubieten, eine Marke zu etablieren und diese zu bleiben, gemeinsam Erfolge zu feiern und Geld zu verdienen, ist etwas Anderes.

Besonderheiten und Führung der Menschen

Unsere Arbeitswelt ist im Wandel. Die Sichtweisen und das Verständnis von Arbeit könnten unterschiedlicher nicht sein. Wer sind Baby Boomer, Generation X, Generation Y und Generation Z? Welche Besonderheiten machen diese Menschen aus? Welche Erfahrungen haben sie geprägt? Was bedeutet für diese Generationen Karriere und Führung? Sie sprechen alle deutsch und trotzdem reden sie aneinander vorbei.

Was Sie wahrscheinlich täglich feststellen, ist: Es treffen zwei Geisteshaltungen auf zwei Arbeitswelten.  Hieraus resultieren nicht selten – Konflikte.

Baby Boomer

Menschen, die ab 1945 geboren sind, gehören der Generation Baby Boomer an. Das ist die Nachkriegsgeneration. Baby Boomer sind im Schnitt zu 20% in unseren Belegschaften vertreten. Jobsicherheit, ist für diese Generation das A und O. Chef ist Chef, er wird nicht hinterfragt.

Generation X

Auf die Baby Boomer folg die Generation X. Diese Menschen sind ab 1961 geboren und werden auch als Schlüsselkinder bezeichnet. Die Generation X ist in Mehrheit (50%) in unseren Unternehmen, Organisationen, staatlichen Einrichtungen vertreten. Entsprechend besteht unsere Führung zum größten Teil aus der Generation X.

Generation Y

Die Generation Y, heute die meist besprochene Generation, ist ab 1980 geboren. Diese Menschen sind in der Freiheit des Internets aufgewachsen. Sie bekommen viele interessante Optionen und Karrieremöglichkeiten angeboten. 27% unserer Kollegen sind Vertreter der Generation Y. Diese Menschen arbeiten vorzugsweise „mit“ Unternehmen und nicht „für“ diese.

Generation Z

Unsere Auszubildenden, frisch ausgelernten Jungkaufleute und Gesellen sind Vertreter der Generation Z. Diese jungen Menschen machen nur 3% unserer Arbeitswelt aus. Die Generation Z ist ab 1995 geboren. Sie hat eigene Medienkanäle, nutzt beinahe ohne Verschnaufpause ihr Smartphone. Sie ist noch recht orientierungslos. Ein Zustand, der unter anderem mit dem Alter und der fehlenden Erfahrung zusammenhängt.  Diese Menschen wachsen in einer Welt des „Arabischen Frühlings“, der Terroranschläge und WikiLeaks auf.

In den Impulsvorträgen, gehen wir natürlich sehr detailliert auf prägende Erfahrungen, Ziele, Definitionen von Karriere und Führung der einzelnen  Generationen, sowie Kommunikationsarten und Haltung zur Technologie, ein. Einige sehr typische Praxisbeispiele lassen jede Führungskraft Besonderheiten der einzelnen Generationenvertreter sofort erkennen. Viele finden sich in diesen Alltagssituationen wieder. In einem Blogbeitrag kann diese besondere Atmosphäre natürlich nicht so wiedergegeben werden.

Verständnis von Führung und Arbeitsteilung

Es prallen also zwei Sichtweisen und zwei unterschiedliche Verständnisse von Führung und Arbeitsteilung aufeinander. Warum? Ist es denn nicht schon immer ein Generationenthema gewesen? Ja und Nein!

Industrialisierungsära

Unsere Baby Boomer und die Generation X sind unter anderem geprägt von der Denke der Industrialisierungsära. In Zeiten der Industrialisierung wo Fließbandarbeit (Standardisierung und Effizienz der Arbeit) und der Monopol üblich waren, waren Führung und Arbeitsteilung anders definiert und gelebt worden. Die ältere Generation ist von der Denkweise geprägt, dass unsere Arbeitswelt grundsätzlich Vordenker und Umsetzer benötigt (vertikale Trennung). Anders formuliert: wir brauchen Führungskräfte und Mitarbeiter.

In Zeiten der industriellen Arbeit, lautete die gängige Managementlehre: Arbeitsschritte und Prozesse müssen strickt nach Zuständigkeiten, konkreten Aufgabengebieten und Abteilungen getrennt sein (horizontale Trennung). Sind Arbeitsschritte aufgeteilt, so können diese schneller abgearbeitet werden.

Ja, in Zeiten der Fließbandarbeit, Massenherstellung und Monopolstellungen waren diese Denk- und Handlungsweisen und klar abgetrennte Arbeitsschritte effizient. (Effizient heißt, die DINGE richtig tun).

Postindustrielle Gesellschaft – Informationen sind wichtiger als Rohstoffe

Heute leben wir in einer postindustriellen Gesellschaft. Der Wettbewerb blüht und gedeiht. Neue Technologien und die Ansprüche der jungen Generation fordern nicht nur Effizienz, sondern Effektivität. (Effektivität steht für, RICHTIGE Dinge tun). Informationen sind viel wichtiger und wertvoller als Rohstoffe. Informationen und freidenkende Menschen sind Treiber der Innovation. In einem Markt der Sättigung sind neue Ideen, neue Herangehensweisen Gold wert.

Die junge Generation Y und Z, die von Helikopter-Eltern erzogen, der Freiheit des Internets und der Vielfallt von Informationen geprägt ist, nur 30% des  Arbeitsmarktes ausmacht, aber den Markt im höchsten Maß beeinflusst,  kommt heute in unsere neue Arbeitswelt und trifft überwiegend auf „altbewährte“ Herangehensweisen von Unternehmensführung und Mitarbeiterführung. Bum, es kracht und donnert! Hier bekommt Teamentwicklung, Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterbindung und Führungskräfteentwicklung plötzlich eine ganz andere Bedeutung.

3 Konfliktgründe

Die soziale Ebene

Der erste Konflikt ist immer auf der sozialen Ebene angesiedelt. Unterschiedliche Geisteshaltungen und verschiedene Kommunikationsgewohnheiten führen zu „künstlichen Kommunikationsbarrieren“. Hier entstehen die meisten Missverständnisse. Links und rechts spricht nicht miteinander. Meistens fühlen sich jüngere Mitarbeiter nicht ernstgenommen. Sie stellen keine Rückfragen mehr, weil sie verunsichert sind. Die Unsicherheit versuchen sie entweder mit absoluter Teilnahmslosigkeit oder Arroganz zu überspielen. Ältere Kollegen wundern sich und beklagen wiederum die Lustlosigkeit und nicht begründete Überheblichkeit der jungen Kollegen.

Die funktionale Konfliktebene

Getoppt wird die soziale Ebene durch die zweite Konfliktebene, die funktionale. Die ältere Generation ist es gewohnt in Funktionen, Zuständigkeiten, Abteilungen, Hierarchien zu arbeiten. Die effiziente Arbeitsweise  beruht darauf, richtige Dinge zu tun. Das bedeutet, in Zuständigkeiten und konkreten Aufgaben. Effektive Zusammenarbeit bedeutet jedoch funktionsübergreifend und Abteilungsübergreifend zu arbeiten. Es bedeutet eine verstärkte Kommunikation, Interesse an Zusammenhängen, Wissensaustausch, und Zuständigkeitsübergreifend zu arbeiten.

Diese Fähigkeiten bringen jungen Menschen automatisch in unsere Unternehmen mit. In vielen Fällen wird diese Fähigkeit ignoriert oder ausgebremst. Woher kommt es? Durch eine völlig normale menschliche Angst in der eigenen Kompetenz und dem eigenen Wissen überholt zu sein. Darüber hinaus ist die ältere Generation oft durch die Erfahrung geprägt „Mein Wissen ist Macht. Je mehr ich weiß, desto unentbehrlicher mache ich mich für das Unternehmen.“  Die junge Generation teilt ihr Wissen via Facebook, Instagram und WhatsApp. Sie versteht eine solche Haltung meistens nicht.

Die zeitliche Konfliktebene

Meistens entstehen zeitliche Konflikte aufgrund von Entscheidungen, die verspätet, zeitverzögert getroffen werden. Es können wichtige Impulse sein, die von außen in das Unternehmen dringen und wegen der vertikalen und horizontalen Trennung viel zu spät beim Entscheider ankommen. Es können wichtige Gespräche und Informationen aus dem Inneren des Unternehmens kommen. Und auch hier sind manchmal knapp bemessene zeitliche Ressourcen und starre Strukturen der Grund für eine Stagnation und nicht natürliche Fluktuation.

Ein Musterbeispiel für die AUCH zeitliche Konfliktebene ist das Unternehmen KODAK. Oder wie erklären Sie sich, dass KODAK die Entwicklung der digitalen Fotographie verpasst?

Noch einmal zusammengefasst:

Beim Thema Arbeitswelt 4.0 geht es, neben der Globalisierung, Digitalisierung und den Auswirkungen des demografischen Wandels, um die Frage der Nachwuchsgewinnung, Motivation und Bindung von Mitarbeitern. Unternehmen stellen sich die Frage nach dem zukünftigen Kurs. Haben sie diesen festgelegt, analysieren sie, welche Fähigkeiten und welches Know-how sie für ihre Dienstleistung oder Produkt von übermorgen benötigen. Sie definieren welche Mitarbeiter diese Entwicklung mitbegleiten werden. Dabei werden Unternehmen mit den Begriffen wie Generation Baby Boomer, Generation X, Generation Y und Generation Z konfrontiert. Sie stellen auch fest, dass sich hinter diesen Begriffen Einiges verbirgt. Darüber hinaus merken Unternehmen, dass soziale, funktionale und zeitliche Konflikte in heterogenen Teams entstehen, die Führungskräfte vor echte Herausforderungen stellen.

Abschließende Worte

Bevor Sie also fleißig neue Mitarbeiter einstellen und viel Geld in die Rekrutierung investieren, überprüfen Sie welche Generationen in Ihrem Unternehmen tätig sind. Über welche Kompetenzen und Wissen diese bereits verfügen. Informationen und Wissen sind wichtiger als Rohstoffe. Gehen Sie den drei Konfliktebenen auf den Grund. Sind in Ihrem Unternehmen soziale, funktionale und zeitliche Schattenseiten vorhanden, so bereiten Sie Ihre Führungskräfte vor. Schulen Sie diese. Führungskräfteentwicklung, Teamentwicklung, Mitarbeitermotivation und damit die Organisationsentwicklung müssen bei Ihnen ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Erarbeiten Sie, am besten mit Hilfe von externen Experten klare Herausforderungen. In Workshops werden präzise Anforderungen an die Arbeitswelt und Führung von morgen formuliert. Erst wenn Sie diese kennen, können Sie Führungsinstrumente ergänzen, entwickelt und anwenden.

Abschließen wollen wir unseren Beitrag mit den Worten von Joseph Zauper:

„Um die Menschen zu verstehen, muss man Ihre Jugend kennen.“

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