Faktor Mensch im Zeitalter der Digitalisierung

„Maschinen ersetzen Menschen“, wie oft habe ich diesen Satz schon gehört und dabei festgestellt –was Menschen in Zeiten der Digitalisierung brauchen ist keine Panikmache sondern Mut, Lernbereitschaft und professionelle Führung. Ich bin Olga Klunk, erfahrene Personalentwicklerin und Gründerin des Unternehmens GedankenGut. Mit diesem Artikel möchte ich zeigen, wie man Mitarbeiter für digitale Arbeitsprozesse begeistert und ihnen die Angst vor Rationalisierung der eigenen Arbeitsstelle nimmt.

Vorurteile adé – Angst vor der Digitalisierung nehmen

Es ist eigentlich nichts Neues: Angst lähmt die Menschen – und davon profitieren weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber. Trotzdem, in vielen Unternehmen ist die Furcht vor der Digitalisierung bei den Angestellten groß. Ich stelle fest, dass in vielen Unternehmen eher unzureichend auf diese Ängste eingegangen wird – dabei sollte den Arbeitnehmern klar gemacht werden, dass die Digitalisierung Chancen bietet und nicht automatisch zu einer Massenentlassung führt. Die Digitalisierung schafft neue Arbeitsbereiche und ergänzt alte meist in einer positiven und effizienten Art und Weise. Wichtig sind dabei diverse Fortbildungen. Diesen Punkt sollte man anerkennen. Aber, wie wird Mitarbeitern vermittelt, dass zusätzliche Fortbildungen notwendig sind, ohne noch mehr Ängste zu schüren. Ja, auf das WIE kommt es an.

Ich schaffe das – Keine Angst vorm Lernen

Zahlreiche Studien belegen, dass die Lernfähigkeit im Alter nicht zwangsläufig abnimmt – vielmehr sind es Vorurteile über Weiterbildung im Alter, die die Lernenden hemmen. Eine Studie an einem universitären Zentrum für Lebenslanges Lernen in Bremen ergab sogar, dass Menschen mit mehr Lebenserfahrung genau davon beim Lernen profitieren. Der Grund: Sie können im Vergleich zu jüngeren Menschen neue Informationen leichter in ihr größeres Vorwissen einbauen. Doch egal ob alt oder jung: Ein weiterer wichtiger Faktor ist den Arbeitnehmern klar zu machen, dass man kein Technikgenie sein muss um mit den neuen Aufgaben der Digitalisierung mitzuhalten. Verstehen muss man nicht alles – wichtig ist zu wissen wie man die Technik nutzt. Ich habe selbst miterlebt, wie die Digitalisierung in zahlreichen Unternehmen Einzug gehalten und viele Prozesse vereinfacht hat. Skeptische Mitarbeiter haben am Ende selbst gemerkt, dass digitale Aufgaben anwenderfreundlich gestaltet sind und die Arbeit erleichtert statt sie zu erschweren. Körperliche Arbeit kann reduziert und mühselige Prozesse optimiert werden.

Zusammengefasst heißt das: Nehmen Sie Ihren Mitarbeitern die Angst vor dem Erlernen von Neuem! Machen Sie ihnen klar, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist an dem jeder, egal welchen Alters, mit den gleichen Chancen teilhaben kann. Außerdem stellen Sie klar, dass digitale Anwendungen anwenderfreundlich sind und man nicht den gesamten technischen Prozess verstehen muss, um diese zu benutzen. Abschließend sollten die Chancen der digitalen Anwendungen hervorgehoben werden – denn sie erleichtern viele Arbeitsprozesse von denen die Mitarbeiter nur profitieren können. Seien Sie als Führungskraft ein Vorbild für Ihr Team und leben die Begeisterung für digitale Arbeitsprozesse vor. Kleines Beispiel am Rande. Sie wollen als Führungskraft das Thema E-Commerce und Online-Business vorantreiben, haben jedoch selbst nie online bestellt. In diesem Fall werden Sie Schwierigkeiten haben, Ihre Mitarbeiter von neuen Möglichkeiten der digitalen Welt zu überzeugen.

Mitarbeiterfreundliche Lernprozesse – Wie man Wissen effektiv vermittelt

Gemeinschaftliches Lernen ohne Druck – das ist wichtig um Mitarbeiter zu motivieren den neuen Aufgaben eine Chance zu geben. Es gibt viele E-Learning Anbieter, die Lernmodelle anbieten, bei denen man in der Gemeinschaft, teilweise spielerisch, neue Anwendungen zu benutzen lernt. Warum ist gemeinschaftliches Lernen in diesem Zusammenhang so wichtig? Ganz einfach: Mitarbeiter fühlen sich nicht alleine bei der Bewältigung neuer Aufgaben und sehen so, dass andere mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. Das motiviert – und stärkt den Teamgeist.

Ein weiterer wichtiger Tipp: Verzichten Sie auf übermäßige Kontrolle. Es gibt E-Learning Anbieter, die damit werben, dass Vorgesetzte einsehen können, wie weit und wie erfolgreich Mitarbeiter die E-Learning Aufgaben bewältigen. Als Personalentwicklerin weiß ich, dass diese Kontrolle den Lernprozess nicht fördert. Warum? Mitarbeiter fühlen sich so unter Druck gesetzt den Stoff möglichst schnell zu erlernen – und diese Einstellung demotiviert natürlich. Das Erlernen der neuen Anwendungen sollte Spaß machen und den Mitarbeitern vor Augen führen welche Vorteile diese bieten. Deswegen ist es wichtig, sich über die E-Learning Anbieter genau zu informieren. Bieten sie spielerische Lernprozesse? Fördern Sie die Gemeinschaft? Und zeigen sie die Vorteile der neuen Anwendungen auf?

Das Lernen lernen – Mitarbeitern Verantwortung übertragen

Frontalunterricht, Broschüren, Leitfäden ohne interaktiven Austausch helfen beim Lernen nur bedingt weiter. Neue Arbeitsmethoden müssen sich langfristig einprägen. Monotone Frontalbeschallungen führen häufig dazu, dass neue Inhalte nicht greifbar gemacht werden. Learning by doing in Kombination mit kurzen Trainings, interaktiven Workshops, Videos sind erfahrungsgemäß sinnvoller um neue Prozesse zu verstehen und anwenden zu können. Wichtig hier: Dem Mitarbeiter sollte Verantwortung beim Lernen übertragen werden. Flexible Übungszeiten statt eine Maße von Seminartagungen sind hier gefragt. Es gilt trotzdem: Unterstützen Sie den Mitarbeiter so gut es geht beim Lernprozess. Aufgaben die sinnvoll strukturiert sind und Erfolgserlebnisse schaffen tragen positiv zum Lernprozess bei. Vor allem hilft es den Mitarbeitern, wenn sie die Übungsaufgaben in alltägliche Aufgaben integrieren können – denn so wird verdeutlicht wie neue Methoden bei der Arbeit unterstützen können. Außerdem schafft die integrierte Übungspraxis mehr Flexibilität, und das kann sich positiv auf die Denkweise der Mitarbeiter auswirken. Durch das selbständige Lernen, ohne zu großen Druck, prägen sich nicht nur neuen Inhalte besser ein, das eigene Verantwortungsbewusstsein wird entwickelt.

Individuelle Stärken fördern – Mitarbeiter kennen lernen

Führungskräfte, Inhaber von kleinen Unternehmen profitieren davon, indem sie genau beobachten, welcher Mitarbeiter welche Stärken ausweisen – und wie genau diese Stärken im Prozess der Digitalisierung zu Gute kommen. Kann ein Mitarbeiter besonders gut auf andere eingehen, ist hilfsbereit und motivierend? Er könnte die Leitung für das digitale Projekt übernehmen. Ist ein Mitarbeiter besonders strukturiert und gestaltet seine Arbeit effizient? Dann kann ihm größere Verantwortung im digitalen Anwendungsbereich übertragen werden – denn genau darum geht es bei der Digitalisierung von Arbeitsprozessen. Das sind nur einige von vielen Beispielen – wichtig ist, dass individuelle Stärken erkannt, wertgeschätzt und genutzt werden. Das fördert auch die Motivation der einzelnen Mitarbeiter. Personalverantwortliche von kleinen und mittelständischen Unternehmen stehen so einer neuen Herausforderung gegenüber, denn die Digitalisierung erfordert ein Umdenken – auf Führungs- und Fachkräfteebene. Was wie eine bloße Floskel klingt ist im Digitalisierungsprozess wichtiger denn je: Alle müssen an einem Strang ziehen.

Vertrauen signalisieren – Die Kompetenzen der Mitarbeiter anerkennen

Unbekanntes, Neues ist für den Einen spannend und interessant, für den Anderen unsicher und bedrohend. Menschen sind Menschen! Personalverantwortliche, Führungskräfte müssen stets im Auge behalten, dass Sie ausgebildete Fachkräfte, gestandene Frauen und Männer vor sich haben und keine Schüler. Natürlich sind Mitarbeiter in der Lage Neues zu lernen – denn das Lernen verlernt man nicht. Signalisieren Sie, dass sie den Mitarbeitern vertrauen. Kontrolle und das Hervorheben von Fehlern hilft hier keinem weiter, denn Druck lähmt und Fehler tragen zum Lernprozess bei. Den Respekt für sich bewahren und gleichzeitig die digitalen Aufgaben auf Augenhöhe an die Mitarbeiter heranzuführen: Diesen Balanceakt gilt es zu meistern.

All in one – Nochmal zusammengefasst

Den Mitarbeitern die Angst vor der Digitalisierung und dem Erlernen von Neuem nehmen – diese Aufgabe haben Führungskräfte in Unternehmen vor sich. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern die Vorteile der digitalen Arbeitsmethoden auf – vor allem die Vorteile, die sich für die Angestellten selbst ergeben. Dazu zählen die Minderung von körperlicher Arbeit, Wegfall von unnötigen administrativen Aufgaben und die Optimierung von zuvor vergleichsweise umständlichen Arbeitsprozessen. Die Angst vor der Digitalisierung nehmen sie vor allem älteren Mitarbeitern, indem Sie Ihnen vor Augen führen, dass ihre Erfahrung und ihre Persönlichkeit einen klaren Wettbewerbsvorteil mitbringen. Doch egal in welchem Alter man ist – Technik kann einschüchtern. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern, dass künstliche Intelligenz uns Menschen unterstützt und nicht ersetzt. Interaktives, flexibles und gemeinschaftliches Lernen – das fördert den digitalen Lernprozess. Flexibilität ist wichtig um den Druck zu nehmen. Interaktivität im Lernprozess hat den Vorteil, dass man das Lernen mit in den bisherigen Arbeitsprozess integrieren kann – und man so die Vorzüge der digitalen Anwendungen erkennen kann. Gemeinschaftliches Lernen zeigt Mitarbeitern, dass sie nicht alleine sind mit den neuen Herausforderungen. Das fördert den Teamgeist und beruhigt gleichermaßen.
Es ist wichtig, den Mitarbeitern Verantwortung zu übertragen und Ihnen dabei Vertrauen in die eigenen Kompetenzen zu vermitteln. Kontrolle und Hervorheben von Fehlern ist hier fehl am Platz, denn sie haben erfahrene Fachkräfte vor sich. Wer einmal einen Job gelernt hat, ist auch stets in der Lage sich neue Skills anzueignen, denn das Lernen verlernt man nicht. Vermitteln Sie diese Botschaft Ihren Mitarbeitern.

Es bleibt zu sagen, dass Unternehmen erfolgreich bleiben, wenn Sie die individuellen Stärken ihrer Mitarbeiter kennenlernen und so feststellen, wer für welche neue digitale Aufgabe am besten geeignet ist. Das führt dazu, dass sich Menschen weiterentwickeln und ganz nebenbei dem Unternehmen zum Erfolg verhelfen.

Das muss niemand alleine schaffen – externe Unterstützung ins Unternehmen holen

Externe Experten können die Lage häufig neutraler überblicken und so schneller feststellen wie und welche Maßnahmen zu treffen sind. Außerdem können sie professionell zwischen Führungs-und Fachkräften vermitteln. Als Personalentwicklerin in kleinen und mittelständischen Unternehmen habe ich den Digitalisierungsprozess aktiv mitgestaltet und tue es immer noch mit absoluter Begeisterung. Deswegen weiß ich: Die Chancen die sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus diesem Prozess ergeben können, sind enorm.
Sehr gerne berate ich Sie und agiere als Schnittstelle zwischen Geschäfts-, Teamführung und Fachkräften. Ich freue mich Sie kennenzulernen und bin gespannt, womit ich und mein Team Sie unterstützen können.

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